Bescheidenheit

Im Laufe der Jahre habe ich mir einige Wörter klarer definiert. Diese Definitionen werde ich hier nach und nach weitergeben. Sie sind natürlich subjektiv und können von Deiner Definition abweichen. Beginnen werde ich mit dem Wort Bescheidenheit, welches ich mir so am 7.12.12 definiert habe.

  • Bescheidenheit

    • Was sagt dieses Wort für mich aus? Etwas zu scheiden, ist etwas trennen. Daher ist Be-Scheiden-heit, der innere Wert, etwas nicht für sich zu nehmen. Ein bewusstes Nicht-Nehmen kann auch mit Demut verbunden sein. Für mich ist die Bescheidenheit oft mit einem Verhalten verknüpft, bei dem man durch die Bescheidenheit Anerkennung bekommt. In diesem Fall empfinde ich die Anerkennung negativ, da es um sie geht, und nicht um die Bescheidenheit. Bescheidenheit sollte man leben, aber keinesfalls extra zeigen. Man kann bescheiden wirken, weil man alles in sich hat und deshalb wenig Äußeres braucht. Dies wird dann aber wohl bei der Person selbst, die bescheiden wirkt, nicht als Bescheidenheit empfunden.

    • Was steht im Lexikon darüber? Bescheidenheit, auch Genügsamkeit, ist eine Verhaltensweise von Menschen, wenig von etwas für sich zu beanspruchen, selbst dann, wenn die Möglichkeit der Vorteilnahme bestehe; sie bedeutet auch, zugunsten anderer auf etwas zu verzichten. Bescheidenheit als Lebensprinzip entsteht häufig aus der Einsicht, dass alles Übermaß im Leben schädlich ist, gemäß dem altgriechischen Merkspruch: Nichts zu viel. — Kritiker werfen den Bescheidenen vor, Bescheidenheit sei im Wesentlichen nur eine bereits ab der frühen Kindheit anerzogene und sozialisierte Verhaltensweise: In der Tat hatte die Bescheidenheit – insbesondere seit der Entstehung des Tugendkatalogs der deutschen Aufklärungspädagogik – einen hohen Stellenwert, der seither in der bürgerlichen Erziehung entsprechend aufgearbeitet wurde. Psychologisch gesehen sei die Freiwilligkeit dieses Verzichts (teilweise) fraglich. Siehe dazu etwa Freud und das Eisbergprinzip. Dagegen ist jedoch zu sagen, dass gute Erziehung gerade die zur Freiwilligkeit und zum Handeln aus Einsicht ist. Weil objektive Gründe für die Bescheidenheit sprechen und es im übrigen genügend Beispiele von erst im Alter Bescheidenen gibt, kann eine generelle Kritik an der Bescheidenheit nicht überzeugen.

      Soziologisch gesehen ist eine moderate Ausprägung dieser Verhaltensweise vorteilhaft für das Funktionieren einer Gruppe. Andererseits ist Bescheidenheit – zumindest kurzfristig – für sozialen sowie beruflichen Erfolg und die Selbstverwirklichung des einzelnen Menschen häufig hinderlich. In übertrieben starker Ausprägung kann die Bescheidenheit bis zur Unterwürfigkeit führen. Da Bescheidenheit zum besseren Funktionieren einer Gruppe beiträgt, wird diese von vielen Menschen oft nur vorgegaukelt. Im weiteren Sinne versteht man daher unter Bescheidenheit auch das Vortäuschen, bescheiden zu sein, das heißt die Fähigkeit, verbergen zu können, wie viel man von sich selbst und wie wenig man von den Anderen hält. (Aus http://de.wikipedia.org/wiki/Bescheidenheit)

    • Welche Bedingung(en) bedarf es für die Definition des Wortes? Eine Absichtlichkeit, etwas nicht zu nehmen.

    • Was ist das Gegenteil? Überheblichkeit, Völlerei,

    • Welche Rolle spielt es in meinem Leben? Bescheidenheit ist für mich eine ethische Frage. Sie stellt sich dann, wenn ich etwas wegen diesen ethischen Fragen nicht nehme bzw. in Anspruch nehme. Mich extra in Bescheidenheit üben zu müssen, ist für mich ein Indikator, dass mir irgendetwas Inneres fehlt.

    • Welche Erkenntnis habe ich? Es verhält sich mit der Bescheidenheit ähnlich wie mit der Ethik. Sobald man darüber spricht, spricht man über etwas anderes. Daher ist sie ein Wert, der nur zu leben ist.

      • Wie kann ich die Erkenntnis in meinem Leben umsetzen? Mich immer wieder fragen, was die gesunde Mitte ist.

    • Welche Verstärkung(en) fallen mir ein? Askese

    • Welche Abschwächung(en) fallen mir ein? genügsam

  • Sollte ich mir hierzu eine weitere Frage stellen – wenn ja, welche? nein

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